Hier her verlagert aus: "Worin besteht der Sinn eines Schachcomputers?" :

Zitat von
borromeus
Wenn nun aber die Tester gar kein Interesse zu haben, mit dem Computer zu "arbeiten", wird dieser Aspekt aussen vorgelassen, er findet keine Berücksichtigung. Die Tester hier, so erscheint es mir eben, testen das Programm, nicht aber die Nutzbarkeit für den Schachspieler.
Oben steht, es sei mir unbenommen, gegen den Computer zu spielen.
...
Gruß
Karl
Hallo Karl,
Als Tester möchte ich gerne etwas dazu sagen. Für mich hat jeder Schachcomputer eine Nutzbarkeit. Ich spiele sogar ganz gerne gegen die "puristischen" Geräte ohne Display, wie Fidelity Sensory 12, Kishon Chesster, Constellation 3.6 oder greife gerne mal auf einen Oldie mit Zugeingabe per Tasten zurück.
Du sprichst von Features, die über das eigentliche Spiel hinaus gehen, beispielsweise für die Nach-Analyse.
Was Du beschrieben hast, lässt sich über die Funktion "Nächstbester Zug" erreichen. Diese ist immerhin so komfortabel ausgeführt, dass man den primären Zug nicht ausführen muss, sondern gleich auf "Next Best" gehen kann.
Was Features betrifft, wurde von den Verantwortlichen von The King eine Umfrage gestartet: Welche einstellbaren Funktionen (Stile, Figurenwerte, Mobilität...) sind besonders wichtig ?
Da war ganz klar die Vorgabe: Weniger ist mehr! Also drei, vier Dinge, die einem wichtig sind, sollte man benennen. Es geht im Endeffekt darum, einen Teil der im PC-Programm Chessmaster 6000 v2.61 vorhandenen Funktionen zu übernehmen - aber nicht alle! Damit es für den weniger oft mit dem Computer spielenden Bediener nicht zu unübersichtlich wird.
Eine Aussage wie sinngemäß "die Tester testen nur das Programm" redet die Aufgabe klein. Schon alleine, weil da sehr viel Arbeit drin steckt. Ganz zu schweigen davon, geht es auch um die Beseitigung versteckter Fehler. Es gab bei früheren Beta-Versionen Situationen, da hat sich der Rechner aufgehängt oder nach Aus/Ein stand eine kryptische Error-Meldung auf dem Schirm. Versteckte Fehler, abhängig davon, was vorher eingestellt war (Spielmodus/Analyse/Beide, usw.).
Die Testarbeit ist aufwändig, aber dank der sukzessive erzielten Verbesserungen und positivem Feedack von den Verantwortlichen Herrn Weiner und Herrn Karkosch auch motivierend.
Ein Beispiel: In einem Telefonat mit dem GF Herrn Karkosch sagte dieser (über mich) zu mir, Zitat: "Der Herr Müller findet Fehler, die in 25 Jahren noch keinem aufgefallen sind." Dieser Satz stammt von Johan de Koning.
Gruß
Wolfgang