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Alt 20.08.2016, 02:22
Wolfgang2 Wolfgang2 ist offline
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AW: Millennium ChessGenius Pro

 Zitat von Chessguru Beitrag anzeigen
Doch, ich verstehe dich schon. Allerdings geht deine Aussage in die Richtung, man spielt oder testet ausschließlich NUR gegen Vorgängerversionen, was nicht der Fall ist. Dann würde ich deiner Aussage zustimmen.


Hm, vielleicht solltest du mal gegen Vorgängerprogramme testen… OK, OK nur ein kleiner Scherz.

Gut, dann bringe ich mal ein praktisches Beispiel, was ich mit „Aussetzern“ meine. Die Stellung stammt aus einer Partie gegen den Revelation II Vancouver. Ist ein Vorgänger, aber darum geht es jetzt gar nicht. Trotzdem interessant, wie dieser die entstehende Stellung bewertet.

Frage an den Schachspieler:

Was sollte Weiß in dieser Stellung auf keinen Fall ziehen? Bitte nur sinnvolle Antworten.


Weiß steht nicht besonders gut, schon klar, aber die Partie ist auf keinen Fall verloren. Genau das erledigt der CPG nun mit nur einem Zug und wirft die Partie somit umgehend in die weiße Schüssel.

Auf einem iPhone 6S Plus (Dual Core 1.85 GHz) benötigt ChessGenius 4.1.00 mit 32 MB Hash (Maximum) über 10 Minuten (Tiefe 12), um den Mist zu verwerfen und den Zug vorzuschlagen, den der Vancouver erwartet hätte!

CGP würde somit den Schwachsinn auch auf Turnierstufe spielen. Ich lehne mich jetzt mal weit aus dem Fenster und behaupte, keiner der letzten Vorgänger (London, Genius, Vancouver) würde den Mist spielen, den der CGP hier abliefert. Es sind genau solche taktischen Aussetzer, die mich wahnsinnig machen. Und wie gesagt, das ist kein Einzelfall.

Was hat Richard da nur gemacht? Ehrlich gesagt, es bereitet mir fast schon Schmerzen, wenn ich sehe wie ein wissensbasiertes Programm so kastriert wurde.

Gruß
Micha
Ich möchte noch einmal darauf zurück kommen. Weil ich mit dem Genius 2 - Programm das ganze auf meinem Pentium II / 266 MHz - Laptop untersuchte:

D x b7 ?? wird nie als bester Zug erkannt. So weit so gut.
ABER: Eher durch Zufall, oder durch Intelligenz ?

Leider ersteres, wie ich über die Funktion "nächstbester Zug" fest gestellt habe.
Ergebnisse:
Ta1-e1 (-0.28), bei 01/36, Tiefe 07/19
Th1-e1 (-0.28...-0.30), 01/36, Tiefe:07/19.
Db3xb7 (-0.39...-0.30), Tiefe:07/19. Erst nach zwei Minuten, 19 Sekunden fällt die Bewertung auf -0.72. Ebenfalls noch bei Tiefe 07/19 aber nach ein paar untersuchten Zügen.
Die Bewertungsunterschiede sind also sehr gering.

Meiner Ansicht nach ist der Millennium Genius auf gar keinen Fall ein Roma-Abkömmling. Es ein "London", der etwas agressiver abgestimmt ist und in der Selektivität beschnitten ist. Er zieht in der Frühphase der Partie ebenso häufig wenig zielführend mit der Dame umher wie London (Genius). Diese Eigenheit gab es früher deutlich seltener.

Gruß
Wolfgang
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