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Alt 05.05.2008, 12:40
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EberlW EberlW ist offline
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 Zitat von HPF
Hi Robert,

ich bin der gleichen Meinung wie Willi, der die höher getakteten Polgars als getunte Geräte bezeichnen möchte.Daher sollten sie auch mit *** gekennzeichnet werden.
Ich meine dazu zählen auch die Tuniermaschinen.
Einen Schachcomputer zu tunen ist doch nichts unanständiges, sondern vielmehr der Beweis, dass diese Geräte noch mehr können, als "die normalen Compies". Wenn sie dauerhaft mit einer höheren Taktgeschwindigkeit laufen können, dann ist das ein Qualitätsmerkmal.

Beim heutigen Status sind es ca. 5% der Geräte die getunt worden. Was soll es, wenn es 7 oder 8% sind.
Paul
Nee Paul, da haste was missverstanden...
Die Polgars sind ja (mit Ausnahme des Originals natürlich) als getunte Geräte gekennzeichnet (mittels ***). Nur beim 25MHz-Polgar trifft das einfach nicht zu, denn es handelt sich dabei nicht um einen "getunten" Polgar, sondern um eine Emulation des Gerätes auf einer Hardware, die m.W. dem Resurrection ähnlich ist und auch in einem normalen Modulgehäuse untergebracht ist (wenn man will, vergleichbar mit den Emulationen unter MESS auf dem PC). Diese Emulation erlaubt eine stabile 5-fache Geschwindigkeitssteigerung gegenüber dem Original, was 25MHz entspricht. Leider weiß ich nichts genaues über dieses Teil, weshalb meine Angaben noch ziemlich ungenau sein dürften. Den Kern des Problems sollte das aber trotzdem treffend umschreiben.

Naja, was die Turniermaschinen angeht, so halte ich den Zusatz von "getuntes Gerät" nicht zwingend für gerechtfertigt. Wichtigstes Kriterium: Der Hersteller hat die Turniermaschinen so entwickelt, wie sie sind - d.h. sie sind eigenständige Entwicklungen. An der Hardware wurde nicht erst im Nachhinein "herumgepfuscht". Ich vergleiche das behelfsmäßig mal mit der Automobilbranche: Wenn Mercedes in eine x-beliebige Karosse einmal einen 2,5l Motor einbaut und in eine gleiche Karosse einen 5,0l Motor, dann heißen die Modelle eben 250 bzw. 500 - bei gleicher Typenbezeichnung Wxxx. Man spricht hier m.W. auch nicht von Tuning. Anders sieht es aus, wenn AMG oder Brabus an den Motoren rumschrauben und sie aufbohren. Das ist dann nicht mehr original (ergo: getunt) und darf offiziell auch den Stern nicht mehr tragen.

Dem Rest pflichte ich Dir bei. Was sollte unanständig daran sein, einen Compi aufzumotzen? Solange die Lebenserwartung nicht nachweislich und vor allem deutlich in die Knie geht, ist das völlig unspektakulär. Besonders gut finde ich die Bemerkung mit dem "Qualitätsmerkmal"! Ich denke auch, dass manche Geräte sehr viel besser werden, bringt man ihre "Herzen" auf Trab. Ein GK2100 z.B. kann locker mit einem Milano Pro mithalten, sofern statt mit 10 MHz ein Betrieb auf 24 MHz (der den "neueren" Modellen ja problemlos möglich ist) stattfindet. Unanständig war eher der Hersteller, der lieber mit dem MP "was neues, leistungsstarkes" auf den Markt geworfen hat, anstatt die bestehenden Möglichkeiten auszuschöpfen. Der Hersteller aber wollte die "schnelle Mark" machen - das stand ihm frei zu tun. Gleiches gilt auch für andere "tuningfreudige" Geräte auch anderer Hersteller. Das Tuning erfordert leider bei den meisten Geräten eine Programmänderung, da die interne Uhr auch schneller läuft. In aller Regel haben die Tuner hier keine Eingriffsmöglichkeit, weshalb das Tuning oft "unsauber" ist und daher auch auf Ablehnung trifft. Letzten Endes gehört es aber doch zu unserem Hobby, wie die Existenz der diversen Elite "V11" Modelle eindrucksvoll aufzeigt. Wirklich schade, dass die Spracklens ihr Programm nicht mehr auf den 68060 anpassten und es daher keine "echte" V11 gibt. Da säße mancher weitere Elopunkt drin. Aber auch die Lang-Programme wären mit einer solchen Hardware und der dazugehörenden Programmanpassung noch einmal deutlich stärker. Die Lücke zwischen den modernen Resurrections und den Compis der "alten Garde" wäre sicherlich weniger deutlich. Dies werden wir wohl leider nicht mehr zu sehen bekommen...

Gruß, Willi
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